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Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V.

IDM 2016 - 80 Jahre O-Jolle

24.01.2017

09.08.-13.08.2016, Lübecker Segler Verein von 1885 e.V., Groß Sarau Ratzeburger See

Von Christian Seikrit/Fotos: Axel Heller / Jörg Tiemeyer / Andreas Michelchen Es war mal wieder soweit... PlayOff-Time oder wie es im Segeln heißt: Internationale Deutsche Meisterschaft. Die Olympiajollenklasse segelte Ihre Internationale Deutsche Meisterschaft 2016 auf dem Ratzeburger See aus. In der Königsdisziplin der Olympiajollen muss man sich vorher qualifizieren. Die I.O.U. Deutschland ist organisiert in Flotten, wobei die Flotte Berlin mit über 80 Mitgliedern die größte Flotte bildet. Gleichzeitig sind wir seit 26 Jahren die erfolgreichste Flotte der I.O.U. Deutschland. Die besten Segler stellt unser Revier. Somit waren wir zur IDM wieder die größte Flotte der gestarteten Segler. Zur IDM sind folgende Berliner gestartet: Donald Lippert WSV 1921 O-GER 599; Knut Wahrendorf TSG 1898 e.V. O-GER 1509; Christian Seikrit TSG 1898 e.V. O-GER 1366; Peter Lippert SVR 1921 O-GER 1451; Ralf Göpfert WSV 1921 O-GER 1246; Olaf ahrendorf TSG 1898 e.V. O-GER 1495; Dieter Fritsche PSB24 O-GER 1414; Ronald Seikrit TSG 1898 e.V. O-GER 426; Lutz Woschikowski ZYC O-GER 1448; Tobias Willmann SCK O-GER 5; Klaus Pommeränig WSCS O-GER 1190; Bernd Willmann SCK O-GER 548; Jürgen Albrecht (OSKAR) TSG OGER 1321; Jörg Feldbinder TSG O-GER 1307; Tom Holert TSG O-GER 1449, Erik van den Broek NED 675 vom SVT, also von 16 Berliner Seglern sind 12 Segler aus unserem Revier. Leider fehlten aus unserem Revier einige Olympiajollensegler und damit auch Mitstreiter um die Medaillen. Diese sind dann hoffentlich im nächsten Jahr wieder dabei. Die TSG 1898 war mit 7 Teilnehmern am Start und damit der zweitstärkste Verein. Nur der PSV stellte 8 Teilnehmer. Bereits am Sonntag, den 07.08.2016 war für einige Segler der Anreisetag. Einige kamen von der Vorregatta aus Plön. Mein Weg war geplagt von Staus, die man aber Dank Google elativ gut umfahren kann. Im Lübecker Segler Verein von 1885 e.V. (LSV) waren genug Stellplätze für die Jollen und Wohnmobile. Also haben wir nach der Begrüßungsrunde und der Erkundungsrunde für die Jollen einen Platz gesucht und dann erst mal Picknick am See veranstaltet, natürlich mit Seeblick. Der LSV hat ein schönes großes Zelt aufgebaut und einen großen Bier-, Imbisspavillon. Vielen Dank an Biene und Oskar für das Gourmetessen. Danach wurde das Nötigste aufgetakelt, Plan rauf, und im Quartier einchecken. Danach Essen gehen und den Sonntag gemütlich auf der Terrasse ausklingen lassen, bei schönstem Wetter. Montag war das Wetter auch noch ok. Nach dem reichhaltigen Frühstück gingen wir in den Verein. Eigentlich war ein Trainingsschlag angedacht, nachdem wir unsere Jollen nochmal durchgesehen haben und einige Einstellungen überprüft bzw. nachgebessert wurden, hätte es losgehen können. Dann besuchten wir die „Wagenburg“ und die Zeit verging relativ schnell. Die Vermessungen liefen ab Nachmittag auch schon in unserer Gegend und wir beeilten uns, damit wir die Vermessung hinter uns haben. Leider bedeutet das, dass die Jollen komplett abgetakelt werden mussten, denn es wurde vieles gemessen und vermessen. Nach der Vermessung und des erneuten auftakelns besannen wir uns auf unsere Talente, schauten den anderen zu und hielten lieber „Fachgespräche“. Dazu kam, dass der Wind etwas abgeflaut hatte auf 5 bis 6 Windstärken, in den Böen auch mehr. Ein kleiner Vorgeschmack auf die IDM? Abends bot der LSV leckeres Essen an. Dieses wurde von einigen Seglern angenommen. Der Abend wurde mit anderen Segelfreunden ausgiebig und lange gefeiert. Dienstag wurde wieder reichhaltig gefrühstückt. Danach ging es zum Verein, zum Glück nur 10 Minuten Fußweg, mit den Fahrrädern waren es unter 5 Minuten. Eine tolle Sache, musste man nicht mit dem Auto hin- und herfahren. Der Platz war schon gut gefüllt. Die Vermessungen waren noch im vollen Gange. Also haben wir den anderen geholfen und das eine oder andere vor kontrolliert, damit alles etwas schneller geht. Dabei wurden viele Gespräche geführt, die dann eher in Richtung Imbisspavillon verliefen. Dann wurde die IDM 2016 eröffnet mit guten Reden von den Vorsitzenden, dem Bürgermeister und einem Chiantichor, bestehend nur aus Seglern und einige bekannte Ex-Olympiasegler waren dabei. Nach der Eröffnung wurde uns mitgeteilt, dass wir in 2 Gruppen segeln erden. Dieses Gruppensegeln wurde noch bis abends diskutiert. Es wurde gegrillt und es gab reichhaltig Essen und Trinken. Nun war die IDM offiziell eröffnet. Es kamen noch ein paar Segler angereist, die Probleme mit Staus oder Achsenbruch hatten. Letztendlich waren wir 6 holländische und 48 deutsche Teilnehmer. Etwas Mau für unsere Klasse. Das wird hoffentlich wieder besser werden. Mittwoch hieß es dann nach dem Frühstück, Segelklamotten anziehen, die noch schön warm und trocken waren. Leider spielte das Wetter nicht mehr mit, es waren nur noch 16 Grad. Im Verein angekommen waren die meisten Boote schon fertig zum auslaufen. Ein Blick auf die Einteilung der 2 Gruppen (je Gruppe mit 27 Booten) lief mir der Schauder über den Rücken. Da musste einiges geklärt werden. Also ab zum Organisationsbüro und siehe da, man war nicht der einzige der sich beschwerte oder erfahren wollte wie diese Einteilung erfolgte. Zur Aufklärung sei gesagt, dass sehr viele Spitzensegler (mind. 12) in der 1. Gruppe waren und nur 4 Spitzensegler in der anderen Gruppe. Das ist eine sehr ungerechte Einteilung. Angeblich wurde bei der Eingabe der Holländer das System beeinträchtigt. Man einigte sich darauf am ersten Tag nur 2 statt 3 Wettfahrten zu segeln und am nächsten Tag wird anhand der Platzierungen erneut in Gruppen eingeteilt. Was für ein Stress. So mussten wir alle mit diesen Bedingungen an den Start bei guten 3-5 Windstärken. Das Rausfahren aus der Hafenanlage gestaltete sich etwas schwierig, denn der Wind stand etwas auf die Hafenanlage und die Ein- bzw. Ausfahrt war sehr eng. Letztendlich schafften es fast alle an die Startlinie. Es gab einige Probleme z.B. ein komplett zerrissenes Segel und andere „Baustellen“. Diese Segelkameraden schafften es leider erst zur 2. Wettfahrt. Zuerst musste immer die erste Gruppe (später Goldfleet) starten, danach die 2.Gruppe (später Silberfleet). Der Kurs war Dreieck, Diagonale, Dreieck und ab ins Ziel. Bei den zunehmenden Winden konnten sich in der 1. Spitzengruppe wie erwartet die beiden Holländer Stefan de Fries und Thies Bosch durchsetzen. Danach gingen Knut Wahrendorf und Donald Lippert, gefolgt von Olaf Wahrendorf ins Ziel. In der 2. Gruppe setze sich Dieter Fritsche (Goldi) vor Roland Franzmann durch, gefolgt von Ralf Göpfert. Aus Berliner Sicht alles ok. Ab zum 2. Start. In der 1. Gruppe gewinnt Donald Lippert vor Stefan de Fries, dritter wurde Knut Wahrendorf gefolgt von Thies Bosch. In der 2. Gruppe gewinnt Roland Franzmann vor Jürgen Alberty und Johannes Schulte. So das wars für den ersten Raceday. Beider Ergebnisse wurden in einen Topf gemischt, dabei kam folgende Platzierung raus: 1. Platz Roland Franzmann, gefolgt von Stefan de Vries und Donald Lippert. Knut Wahrendorf ist 5. Platz gefolgt von Ralf Göpfert. Eine starke Leistung zeigte OSKAR und ist auf dem 20. Platz zu finden. Man muss bedenken das durch 2 Gruppen alles durcheinander und die Platzierungen doppelt sind. Somit wurden die jetzt neu ermittelten Platzierungen für die ersten 27 ernster. Sie starten nun in der 1. Gruppe. Von Platz 28 bis Platz 54 starten in der 2. Gruppe. Der Abend klang mit leckeren Essen und Trinken, sowie mit vielen Gesprächen aus. Donnerstag noch kälter und noch mehr Wind. Nach dem Frühstück schön in die noch klammen Segelklamotten und ab in den Verein. Heute gilt es nochmal alles zu geben, denn jetzt geht es um die Platzierungen in die Goldfleet oder in die Silberfleet. Heute sind 3 Wettfahrten vorgesehen. Diesmal sind fast alle guten Segler zusammen in einer Gruppe. Natürlich gibt es auch immer wieder Spitzensegler
die durch Pech in die andere Gruppe hineingerutscht sind. Nun zählen nur noch die Ergebnisse bis guten 5 Windstärken. Nur fliegen bei 7 Windstärken ist noch schöner :-) 3.Wettfahrt.. Für mich geht es Super los und ich darf die Tonne 1 als erster passieren. Zur Tonne 2 flog zuerst Stefan de Vries vorbei und kurz vor der Tonne kam im Tiefflug auch O 599 an mir vorbei geschoßen. 1. Gruppe gewinnt Stefan de Vries vor Donald Lippert und Christian Seikrit. In der 2. Gruppe gewinnt Thies Bosch vor Roland Franzmann und Jürgen Alberty. Start zur 4. Wettfahrt... und nun konnte man langsam die Favoriten um das Treppchen einordnen. Bei gleichbleibenden drehenden Winden mit tollen Böen startete die Gruppe 1. Das Bild war ähnlich wie davor. Stefan de Vries gewinnt vor Donald Lippert und Christian Seikrit. In der 2. Gruppe gewinnt Thies Bosch vor Roland Franzmann und Knut Wahrendorf. Start zur 5. Wettfahrt. Vorne ist noch alles ganz eng von den Punkten und mit vielen Punktgleichheiten durch die 2 Gruppen. Also weiter versuchen so weit wie möglich wenig Punkte zu sammeln. Der Zieleinlauf der ersten Gruppe war folgende: 1. NED 6 Stefan de Vries, dahinter GER 599 Donald Lippert gefolgt von NED 561 Mark Bosma und GER 1366 Christian Seikrit. Der Zieleinlauf der 2. Gruppe war: 1. GER 1 Roland Franzmann, 2. Platz NED 665 Thies Bosch, gefolgt von GER 1495 Olaf Wahrendorf. Nach 5 Rennen mit einem Streicher steht NED 6 Stefan de Vries vorne mit 4 Punkten, gefolgt von GER 1 Roland Franzmann mit 6 Punkten punktgleich mit NED 665 Thies Bosch. Dahinter GER 599 Donald Lippert mit 7 Punkten und GER 1509 Knut Wahrendorf, GER 1366 Christian Seikrit, GER 1495 Olaf Wahrendorf, GER 1248 Ralf Göpfert, GER 1226 Herbert Kasperschinsky und GER 1451 Peter Lippert folgten. Nach 5 Wettfahrten entscheidet sich nun wer in der Goldfleet und wer in der Silberfleet (Platz 28 bis 54) segelt. In der Goldfleet haben es 8 Berliner aus unserem Revier geschafft. Abends stand unsere 80 Jahr Feier an. Mit eigenen DJ aus unseren Reihen und Getränken wurde dieser Abend gefeiert. Unsere Frauen haben fleißig Brötchen und Stullen geschmiert und somit einer wundervolles Buffet errichtet wo jeder satt geworden ist. Vielen Dank an unsere Frauen für diesen Einsatz den ganzen Tag Brötchen zu schmieren! Leider war diese „Feier“ nicht gerade der Durchbruch und ähnelte den anderen Abenden zuvor auch. Nicht im Ansatz vergleichbar mit der 75 Jahr Feier der Olympiajollen in Berlin mit 81 gestarteten Booten. Freitag wurde in Ruhe gefrühstückt und uns gestärkt, denn außer Regen und 12 Grad war der Wind auch nur noch 2 bis 3 Windstärken. Pünktlich um 11 Uhr ging es los. Diesmal nicht Gruppe 1 sondern in der Goldfleet. Donald Lippert wahrte sich seine Chancen auf den Titel und siegte im ersten und 2. Rennen bzw. gewinnt die 6. und 7. Wettfahrt. In der 6. Wettfahrt wurde 2. Roland Franzmann und dahinter Jörn Cordbalag und Stefan de Vries. In der 7. Wettfahrt wurde Stefan de Vries 2. dahinter Peter Lippert. In der Silberfleet gewinnt die 6. Wettfahrt Volker Grützner vor Klaus Haß und Hotze Braxma. Die 7. Wettfahrt gewinnt Frank Bühmann vor Lutz Woschikowski und Franz Dänekas. Erstmal durch schnaufen denn jetzt kann es doch noch ein Herzschlagfinale werden.
Nach 7 Wettfahrten führt NED Stefan de Vries mit 8 Punkten vor GER 599 Donald Lippert mit 9 Punkten und GER 1 Roland Franzmann mit 10 Punkten. Samstag FINALE!! Der Wind frischte wieder auf zu Windstärken zwischen 5 bis 7. Dazu blieb es angenehm kalt bei 16 Grad. Das letzte Mal die nassen Segelklamotten anpellen und nach dem Frühstück sollte es losgehen. Der Himmel war düster und sah in der Wolkenformation sehr eigenartig aus. Dazu gab es laut den Nachrichten Unwetter-Warnungen und es sollte ein Sturm aufkommen der über 110 km/h sein soll. So hörte man das nun an jeder Ecke. Natürlich war mein Gang zur Wettfahrtleitung um zu fragen, was an den Gerüchten dran wäre. Die Antwort: „Jeder segelt nach seinem eigenen Ermessen raus“ und „Ihr habt doch alle den Haftungsausschluss unterschrieben“. AHA. Wenn wirklich was passiert dann möchte ich mal sehen wie dieser Haftungsausschluss in der Luft zerfetzt werden würde. Egal. Also machten sich die ersten auf den Weg zum Start. Erst wenige dann immer mehr Jollen finden den Weg ins Wasser. Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass auf den Hafen schon eine gute Windstärke 6 stand. Dazu dieser unheimliche Himmel... Da hat jeder so seine Gedanken... Dazu kommt noch, dass in nicht mal 14 Tage die Euro in Italien am Comer See stattfinden und viele Teilnehmer natürlich alles schon gebucht haben. Da kann man verstehen, dass keiner seiner Jolle Schaden zufügen will. Also blieben einige Segler an Land. Wir flogen zur 8. Wettfahrt. Start!! Es geht los. Entweder die Niederlande oder Germany. Wer holt sich den Titel 2016? An Tonne 1 geht Stefan de Vries als erster rum, gefolgt von Thies Bosch. Danach runden Roland Franzmann und Christian Seikrit vor Donald Lippert die Tonne. An Tonne 2 führt Christian Seikrit vor Stefan de Vries, Thies Bosch und Donald Lippert. Jetzt kommt die Kreuz und die Diagonale. Wieder an Tonne 1 geht Stefan de Vries kurz vor Christian Seikrit und Thies Bosch als erster rum. Auf der Diagonale passierte nichts mehr, denn danach war schon Ziel (verkürzte Bahn eventuell wegen der wetterwarnung?). Damit könnte es schon reichen für Stefan, denn Donald Lippert segelt auf Platz 5 ins Ziel. Nächste Wettfahrt soll die Entscheidung bringen. Diese Wettfahrt gewinnt Donald souverän vor Knut Wahrendorf und Stefan de Vries. Aber der dritte Platz für Stefan reicht! Stefan de Vries wird mit seiner NED 6 und 12 Punkten Internationaler Deutscher Meister 2016, gefolgt von Donald Lippert GER 599 mit 14 Punkten und GER 1 Roland Franzmann mit 19 Punkten. Auch wir Berliner können stolz sein, denn auf Platz 5 landet Knut Wahrendorf GER 1509. 6.Platz wird Christian Seikrit GER 1366, 7.Platz Peter Lippert GER 1451, 8.Platz Ralf Göpfert GER 1246, 11.Platz Olaf Wahrendorf GER 1495 und Ronald Seikrit GER 426 (leider mit 3 nicht gewerteten Wettfahrten). Die Silberfleet gewinnt insgesamt Lutz Woschikowski GER 1448. Danach landet Tobias Willmann mit der GER 5 auf den 2. Platz. Übrigens gewinnt Tobias Willmann die 9.Wettfahrt und Papa Bernd wird 2. Ein tolles Ergebnis! Macht weiter so. Die Meisterschaftsfeier hatte dann alles was man sich wünscht :-) Meine Startuhr machte leider mittendrin schlapp, trotz neuer Batterien.Vielen Dank an Donald Lippert, er borgte mir seine Startuhr. Leider brauchte er seine „3. Platz Uhr“ zurück, weil seine Startuhr den Geist aufgab.

Wenn Ihr Lust habt eine Olympiajolle (mit toller kameradschaftlichen und hilfsbereiten Seglern) zu segeln oder an Regatten teilzunehmen (in Berlin alleine 12 Regatten im Jahr) ohne Weltreisen durchzuführen, dann meldet euch bei der Flotte Berlin.

Mit sportlichen Grüßen
Christian Seikrit GER 1366 Flottenchef Berlin
Berliner Meister 2016
E-Mail: Christian.Seikrit@gmx.de
www.o-jolle.de
www.olympiajolle.com