
Zwischen dunklen Regenwolken, kräftigen Böen und immer wieder überraschenden Sonnenstrahlen trafen sich am 14. Juni 2026 die Seglerinnen und Segler der TSG 1898, des SC Aegir und des WLS zur gemeinsamen Internen Wettfahrt auf dem Langen See. Die wechselhaften Bedingungen verlangten den Crews einiges ab, konnten der guten Stimmung an Land und auf dem Wasser jedoch nichts anhaben. So wurde die Regatta einmal mehr zu einem gelungenen Mix aus sportlichem Wettkampf, geselligem Miteinander und gemeinsamer Freude am Segeln.
Die Wurzeln dieser Veranstaltung reichen weit zurück in die Zeit der DDR-Sportgeschichte. Seit den 1950er Jahren war die TSG in der Sportgemeinschaft Grünau als Gruppe I organisiert, entsprechend WLS als Gruppe II und Aegir als Gruppe III. Regelmäßig wurde die “Große Interne” unter den drei Sportgruppen ausgefahren. Dieser Wettstreit hatte ein gewisses Renommee, weil selbst die Regattasegler, sonst eher auf ihre Klassenregatten konzentriert, daran teilnahmen. Über viele Jahre gehörte das sich seglerisch messen fest zum Vereinsleben der drei Sportgruppen, bevor die Tradition zeitweise ruhte. Mit ihrer Wiederauflage knüpfen SC Aegir, WLS und TSG heute an diese gewachsene nachbarschaftliche Verbundenheit an und führen ein Stück gemeinsamer Reviergeschichte fort. Bereits am Vorabend kamen rund 50 Mitglieder der drei Vereine beim WLS zusammen. In der Messe und auf dem liebevoll geschmückten Vorplatz wurde bis in die Abendstunden gemeinsam gefeiert. Alle Beteiligten hatten selbstgemachte Leckereien mitgebracht und so ein beeindruckendes Buffet zusammengestellt. Besondere Erwähnung verdient Franka, Festobfrau des WLS, die unter anderem mit einem frisch zubereiteten Hackfleischauflauf aus dem Backofen für Begeisterung sorgte. Die gemeinsame Feier zeigte einmal mehr, dass diese Regatta weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf ist.
Für die Wettfahrt selbst waren insgesamt 36 Boote gemeldet – 19 von der TSG 1898, 12 vom SC Aegir und 5 vom WLS. Am Ende gingen 25 Boote an den Start, von denen 24 auch die Ziellinie erreichten.

Das Wetter und die Vorhersagen der verschiedenen Wettermodelle boten einiges Gesprächspotential. Die Wettfahrtleitung mit Gabriele Janke und Stefan Thole reagierte richtig: nach langer Überlegung rangen sie sich zu einer Bahnverkürzung durch. Statt 2 Stunden schickten sie die Teilnehmer nur 1 Stunde bei halbierten Startgruppenzeiten im Känguru-Modus auf die Regattabahn. Pünktlich um 11 Uhr knipste das Wetter den Ventilator an und bereits zehn Minuten nach dem ersten Start zeigt das Windprotokoll, wie eine 26-Knoten-Böe über den See fegte.
Gestartet wurde vor dem Kopf des Badestegs der TSG in Richtung Marienlust. Nach der Rundung einer Luvtonne ging es zu einer Leetonne in der Schnöckwitzer Bucht des Langen Sees.
Zwischen diesen beiden Bahnmarken wurde so lange gesegelt, bis das erste Boot nach etwa einer Stunde Wettfahrt die Ziellinie erreichte. Das Wetter verlangte den Crews einiges ab. Bei Temperaturen um 15 Grad wechselten sich Regenschauer, dichte Bewölkung und kurze sonnige Abschnitte ab. Der westliche Wind wehte mit drei bis vier Beaufort, frischte vor den Schauern jedoch regelmäßig auf Böen von sechs bis sieben Beaufort auf.
Die schnell anspringenden 20er- und 30er-Jollenkreuzer kamen mit dem unsteten Wind hervorragend zurecht. Sie belegten im Zieldurchgang vor allen Booten die Plätze 1 bis 4, gefolgt von Angeline Pukropski und Max Jahn vom SC Aegir auf ihrem 470er, die wegen Frühstarts diese Platzierung später an Andreas Porth auf der ILCA7 verloren.
Das zweite Youngster-Team mit Claire Herzog und Carlotta Holweg zeigte auf dem ausgeliehenen 470er ebenfalls starke Leistungen und sehenswerte Trapezeinlagen.
Eine besondere Portion Durchhaltevermögen bewies außerdem Rudi Klose vom WLS. Auf seiner betagten OK-Jolle kenterte er nach Rundung des Leefasses, richtete das Boot jedoch schnell wieder auf und setzte die Regatta unbeirrt fort – starke Leistung, wir hätten es nicht anders von ihm erwartet.
Erfreulich war auch die vereinsübergreifende Durchmischung der Ergebnislisten. Seglerinnen und Segler aller drei Vereine fanden sich in den verschiedenen Wertungen auf den vorderen Plätzen wieder. Dies unterstreicht den sportlichen Charakter der Veranstaltung ebenso wie die enge Verbundenheit der Vereine auf dem Revier.
In der klassenübergreifenden Top-Five segelten Uwe Wahrendorf (TSG), 20er-Jollenkreuzer „Zweite Liebe“, Kai Lauerwald (TSG), 20er-Jollenkreuzer „Zephir“, Steffen Heyde (TSG), 20er Jollenkreuzer „LaubeGast“, Lutz Samel (WLS), 30er-Jollenkreuzer „Skidnir“ sowie Andreas Porth (TSG), ILCA7, auf die Plätze 1-5. Dicht dahinter jagte auch schon Lotti Töpfer (TSG) ihre Yngling “Nass-Ass-Aire” als schnellstes Kielboot über die Linie.
Bei der anschließenden Siegerehrung dankten Gabriele Janke und Stefan Thole allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte und faire Wettfahrt. Die jeweils ersten drei Boote jeder Wertungsgruppe wurden mit kleinen Sachpreisen ausgezeichnet.
Die gemeinsame Wettfahrt 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig die Zusammenarbeit von TSG 1898, SC Aegir und WLS ist. Trotz wechselhaften Wetters standen sportlicher Ehrgeiz, Kameradschaft und die Freude am Segeln im Mittelpunkt – beste Voraussetzungen für eine Fortsetzung dieser schönen Tradition im kommenden Jahr.
Impressionen























































































