Eine eingeschworene Gemeinschaft und ganz viel Geschnatter 

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Unsere 420er-Gruppe wächst stetig und macht uns richtig stolz. Seit einigen Jahren entwickelt sich da etwas, das viele kaum noch für möglich gehalten hätten. Eine fast schon aus unserem Hafen verschwundene Bootsklasse erlebt plötzlich ihr großes Comeback. Inzwischen zählen wir 5 Boote, die von einem guten Dutzend Teenagern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren gesegelt werden – Tendenz steigend. 

Beinahe jeden Sommer haben wir nun eine Namensgebung oder Hafenankunft bei den 420ern gefeiert und freuen uns über das nicht nachlassende, rege Interesse. Erst beim diesjährigen Sommer-Trainingslager zum Ferienanfang gab es wieder neuen Zuwachs bei der 420er-Gruppe. Aktuell besteht allerdings noch ein Überhang an Vorschoter*innen, aber passende Steuerleute werden bereits gesucht. 

Nach der Opti-Karriere stehen Jugendliche oft vor der schwierigen Frage, wie es weitergeht. Einige hören leider ganz mit dem Segeln auf, für manche ist der Umstieg auf den ILCA eine gute Option und für wiederum andere ist der 420er als Zweimannboot die passende Alternative. Bei uns im Verein scheint letzteres aktuell ein Trend zu sein. Zwar ist man bei einem Zweimannboot immer darauf angewiesen, dass beide Crew-Mitglieder gut zusammenpassen und keiner den anderen hängen lässt, dafür ist man aber wiederum nie allein. Das Gemeinschaftsgefühl ist auf jeden Fall ein nicht zu unterschätzender Faktor und genau dieses zeichnet unsere 420er-Gruppe in besonderem Maße aus. 

Die Jugendlichen kommen zu unserem Erstaunen nicht nur zum Segeln in den Verein. Nein, sie verbringen auch außerhalb des Trainings und des Regatta-Segelns viel Zeit gemeinsam. So hängen sie gerne und viel an den Wochenenden in unserer Jugendlaube oder anderswo auf dem Vereinsgelände ab und quatschen stundenlang über Gott und die Welt. Und sogar im Winter verabreden sie sich und besuchen beispielsweise zusammen einen Weihnachtsmarkt oder treffen sich bei dem einen oder anderen zu Hause. Es ist inzwischen weit mehr als nur eine reine Trainingsgruppe, sondern vielmehr eine eingeschworene Gemeinschaft mit echten Freundschaften. Sie lachen viel, haben sichtbar Spaß und unterstützen sich gegenseitig, wenn es Probleme gibt. Das wiederum hält die Gruppe zusammen und führt dazu, dass sie gerne zum Training kommen und die Eltern sie nicht überreden müssen. Wer neu zur Gruppe hinzukommt, wird direkt herzlich aufgenommen und integriert. 

Für unseren 420er-Trainer Max Zoska stellen die Teenager-Allüren seiner Gruppe zwar so manches Mal eine echte Geduldsprobe dar, aber abgesehen davon harmonieren Trainer und Trainingsgruppe wirklich hervorragend. Seit einem Trainingslager in Ueckermünde hat er von seiner Gruppe übrigens den Spitznamen „Mama Ente“ bekommen, nachdem er eine Übung ansetzte, in der alle Boote seinem Trainerboot hinterherfahren sollten wie eine Entenfamilie. Die 420er-Gruppe nennt sich seither auch passenderweise „Die Baby-Enten“. 

Trainiert wird regelmäßig am Samstag und bei den drei Trainingslagern unseres Vereins an Himmelfahrt, am Sommerferien-Anfang und am Ende der Sommerferien in Ueckermünde, dem großen Trainings-Highlight. Bei letzterem bestimmen unsere schnatternden „Entchen“ in diesem Jahr eindeutig das Geschehen. Nahezu die gesamte Gruppe ist dabei, um auf dem Stettiner Haff seglerisch vieles zu lernen und – was noch viel wichtiger ist – auch ganz, ganz viel Spaß zusammen zu haben. Die weiteren 420er-Crews, die ebenfalls am Trainingslager teilnehmen, sind zwar keine waschechten „Baby-Enten“, dürfen sich aber selbstverständlich für eine Woche der „Enten-Familie“ anschließen (siehe Gruppenbild beim Eis-Essen in Ueckermünde). 

Die Ambitionen unserer 420er sind nicht aufs Profisegeln ausgerichtet, aber das müssen sie ja auch nicht zwangsläufig sein. Segeln vor der Haustür tut es auch. Im Revier Dahme treten unsere „Baby-Enten“ inzwischen in den Regattafeldern ziemlich dominant auf und sind auch durchaus erfolgreich. Die Bilanz der Gruppe in der laufenden Saison kann sich sehr gut sehen lassen… 

Hugo-Bräuer-Preis beim WSV 1921: Plätze 7, 10 und 15 (von 16 gestarteten 420ern) 

TSG-Cup: Plätze 13 und 14 bei den Jollen (bei insgesamt 23 Jollen) 

Fass & Kanne-Preis beim SCR: Platz 1 (von 3 gemeldeten 420ern) 

„Dahme Wave“ beim VSW: Plätze 1 bis 4 (bei nur 4 Booten in der 420er-Klasse!) 

21. Wendenkrug-Cup beim YCW: Plätze 1 und 2 (von insgesamt 4 Crews bei den 420ern) 
Schülerwettfahrt beim SCR: Plätze 1 bis 3 (von 6 Startern im 420er) 

Weitere Regatten sollen bis zum Saison-Ende noch hinzukommen, für die wir den „Baby-Enten“ wieder viel Erfolg wünschen! 

 
Für die TSG ist die 420er-Gruppe ein echter Gewinn, denn Nachwuchs ist uns wichtig und belebt den Verein. Für die Zukunft hoffen wir daher, dass die positive Entwicklung anhält und die „Baby-Enten-Family“ weiterwächst. 

Ein Bericht von Silke Klatte 

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